Steckbrief Biosphärereservat Spreewald

  • Gründung: 1. Oktober 1990

  • Anerkennung als Biosphärenreservat durch die UNESCO am 11. April 1991

  • Größe: 474,85 km2

  • Städte und Gemeinden: 37 Dörfer und Ortsteile, 2 Städte  

  • Bevölkerungsdichte: 50.000 Einwohner, Bevölkerungsdichte 105 Ew/km2 

  • Kuratorium: Gegründet 1995, Vorsitzender Rainer Schloddarick, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Oberland/Calau  

  • Verwaltung 10 Mitarbeiter auf 9,25 Stellen sowie 8 Ranger

Zonierung

Das Gesamtgebiet des Biosphärenreservats ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, in das 23 Naturschutzgebiete (NSG) und 7 Kernzonen eingebettet sind.

Kernzone Schutzzone I

Die Kernzone schützt die Teilbereiche des Spreewaldes, in denen weitgehend noch Natur pur zu finden ist. Sie nimmt 2,1 Prozent des Biosphärenreservates - in erster Linie naturnahe Waldbestände - ein. Hier werden die Ökosysteme ihrer natürlichen Dynamik überlassen. Die als Totalreservate ausgewiesenen Naturschutzgebiete dürfen nur zu Forschungszwecken, aufgrund besonderer Rechte und von Behörden betreten werden.

Die Pflegezone, Schutzzone II

Die Pflegezone umfasst auf 18 Prozent des Biosphärenreservates die charakteristischen Lebensräume der Natur– und Kulturlandschaft Spreewald – vor allem Niederungswälder, Feuchtwiesen, Niedermoore und Fließgewässer. Die Pflegezone ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Durch gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden hier – auf der Grundlage des Pflege- und Entwicklungsplanes - Lebensräume und Arten geschützt und entwickelt. Dies erfolgt im Zusammenwirken mit Landnutzern und Flächeneigentümern. In der Biosphärenreservats-Verordnung sind Schutzzweck sowie spezielle Ge- und Verbote geregelt. . Gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sollen hier die landschaftstypische Vielfalt und Förderung der traditionellen Nutzung erhalten sowie die Kernzonen vor Schadeinflüssen abschirmen.

Entwicklungszone, Schutzzone III

Die Entwicklungszone nimmt mit über 80 Prozent den größten Teil des Biosphärenreservats ein. Sie enthält Landschaftsbereiche, in denen eine nachhaltige Wirtschaftsweise das über Jahrhunderte gewachsene Landschaftsbild erhalten hat, das nun durch eine Förderung der traditionellen Nutzungen geschützt werden soll (Schutzzone III, Zone der harmonischen Kulturlandschaft). Im Spreewald wurde die gesamte Entwicklungszone zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Hauptziele von Landschaftsschutzgebieten (LSG) sind die Bewahrung des Landschaftsbildes und die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. LSG dienen vorrangig der Erholung. Land-, Forst-, Fischereiwirtschaft und Jagd sind im Rahmen der Schutzverordnung ohne wesentliche Einschränkungen möglich.

Regenerierungszone, Schutzzone IV

Teilbereiche der Entwicklungszone wurden in der Vergangenheit durch unsachgemäße, monostrukturierte Bewirtschaftung geschädigt. In der Biosphärenreservatsverordnung wurde sie als zusätzliche Untergliederung der Zonierung des MAB-Programms als Regenerationszone ausgewiesen, in der die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und die typische Lebensraumvielfalt der Kulturlandschaft des Spreewaldes erst wiederhergestellt werden muss.