Vogelbeobachtungsweg Stangenhagen

1.   Stangenhagen:       Adel und Schweinemeister   Das Dorf Stangenhagen wurde zum ersten Mal im Jahr 1219 urkundlich erwähnt. Ein Ritter schenkte es damals dem Kloster Lehnin. Zweihundert Jahre später gehörte Stangenhagen zu den Gütern, mit denen Hans von Thümen belehnt wurde. Das Schloss der Thümens – die  Adelsfamilie herrschte jahrhundertelang in der Region von Nuthe und Nieplitz – stand einst in Längsrichtung am südlichen Ende des breiten Dorfangers. In dem großen alten Fachwerkhaus, das an dem unbefestigten Weg zum Pfefferfließ liegt, wohnte Ende des vorletzten Jahrhunderts der Schweinemeister des Gutes der Familie von Thümen.

2. Frisch- und Feuchtwiesen: Raststätte für Zugvögel   Hier biegt der Rundwanderweg zum Beobachtungsturm nach rechts auf den Plattenweg. Die Wiesen und Weiden im Niederungsbereich von Straßgraben und Pfefferfließ werden von vielen Vogelarten als Rast- und Nahrungsflächen besucht. So kann man im Herbst und Frühjahr häufig Kraniche sowie Bleß- und Saatgänse beobachten. Zur Nahrungssuche werden die Wiesen auch von Brutvögeln der Umgebung wie Graugans, Schwarzmilan und Rohrweihe genutzt.

 3. Hecke: Beliebtes Quartier für Groß und Klein   Dieser Abschnitt des Rundweges wird von einer Hecke gesäumt, die aus ganz unter-schiedlichen heimischen Laubbäumen und Sträuchern wie z.B. Eiche, Frühe Traubenkirsche, Erle, Holunder, Weide oder Schneeball besteht. Standorttypische Hecken bieten einer vielfältigen Tierwelt Nahrung, Brutplatz und Versteckmöglichkeiten. So ziehen Grasmücken und Laubsänger in diesem Lebensraum ihre Jungen auf. Kleinsäuger wie der Igel oder die Spitzmaus verbringen den größten Teil des Jahres in ihr.  

4.  Flachwasser: Neu-See-Land in Sicht   Hier hat sich nach 1991 ein ca. 200 Hektar großer Flachwassersee gebildet. Die Anfänge der gegenwärtigen Entwicklung liegen jedoch bereits 15.000 Jahre zurück. Nach der letzten Eiszeit schmolzen die Gletscher und eine ausgedehnte Wasserfläche erstreckte sich zwischen Pfefferfließ, Strassgraben und dem Blankensee. Schilf, Seggen und Erlenbrüche sorgten für eine Jahrhunderte währende Moorbildung. Entwässerungsmaßnahmen, vor allem seit den 60er  Jahren, führten zum Absacken des Torfbodens um bis zu einem Meter und zur Zerstörung des Moores. 1991 wurde der Schöpfwerkbetrieb in Stangenhagen eingestellt. In kurzer Zeit überflutete das anfallende Wasser die Wiesen und Weiden.

5. Beobachtungsturm: Welt der Wasservögel   Der Vogelbeobachtungsturm am Pfefferfließ wurde als  Projekt des Landschafts-Fördervereins Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. 1999 erbaut und durch die Umweltministerien des Bundes und des Landes sowie durch den Landschafts-Förderverein finanziert. Vom Beobachtungsturm kann man zu jeder Jahreszeit hautnah die faszinierende Welt der Wasservögel erleben, ohne zu stören. Eine Informationstafel im Turm beschreibt  die wichtigsten vorkommenden Arten wie den Fischadler und andere Greifvögel sowie Entenarten. 

6. Röhricht: Ein tierisches Versteck   Auf den ehemals vorhandenen artenarmen Grünlandflächen haben sich durch den Wiederanstieg des Wasserstandes  typische Pflanzengesellschaften der Verlandungszonen angesiedelt. Hierzu zählen Schilf-, Rohrkolben- und Großseggen-Röhrichte sowie Weidengebüsche. Diese Vegetationsbestände werden sich weiter ausdehnen und dazu beitragen, dass sich hier über einen sehr langen Zeitraum wieder neues Moor bilden kann.  

7.   Erlenbruch: Uriger Wald im Moor Ein typischer Lebensraum am Ende von Verlandungsprozessen ist der Erlenbruchwald, der früher in weiten Teilen der Niederungslandschaft vorherrschte. Hiervon sind heute nur noch wenige Reste zu finden. Charakteristisch für diesen Lebensraum ist das in weiten Teilen hoch anstehende Grundwasser, das die Wälder vor allem im Frühjahr überstaut. Neben der dominierenden Erle kommen weitere Gehölze wie Esche, Frühe Traubenkirsche, Weidenarten und Schwarze Johannisbeere vor. Spezialisierte Vogelarten wie der in der Nuthe-Nieplitz-Niederung noch verbreitet anzutreffende Kranich sind auf intakte Erlenbruchwälder zur Brut abgewiesen.

8. Pfefferfließ: Zurück zur Natur Das Pfefferfließ entspringt südlich von Frankenförde und mündet kurz vor dem Blankensee in die Nieplitz. Wie die meisten Fließgewässer wurde auch das Pfefferfließ in den letzten Jahrhunderten stark ausgebaut. So verschwanden fast zehn Prozent des ehemaligen Gewässerlaufs durch Begradigungen. Heute ist das Ziel, wieder einen naturnäheren Zustand z.B. durch eine weniger intensive Gewässerunterhaltung zu erreichen.

9. Nieplitz: Der Fläming lässt grüßen Auffällig sind die Pappelreihen, die die Nieplitz auf ihrem Weg zum Blankensee begleiten. Sie entspringt südlich von Treuenbrietzen, am Rande des Niederen Fläming, und führt über Beelitz, den  Blanken-, Grössin- und Schiaßer See in nördliche Richtung bis zur Mündung in die Nuthe bei Gröben/Kietz. Die Nieplitz wurde am Ende des 19. Jahrhunderts stark begradigt. Nur noch wenige naturnahe Abschnitte im Quellbereich und oberhalb des Schiaßer Sees sind verblieben. Für den seltenen Fischotter sind die Nieplitz und das Pfefferfließ wichtige Fließgewässer auf seinen weitläufigen Wanderungen.

Adresse

Alte Dorfstraße 1
14959 Trebbin Ot Stangenhagen

Gebiet

  • Naturpark Nuthe-Nieplitz

Kategorien

  • Wanderrouten